Heilige Drei Könige
Historischer Kontext
Der Dreikönigstag fällt jedes Jahr auf den 6. Januar und ist kein gesetzlicher Feiertag. Es ist eine religiöse Tradition, die den Besuch der Heiligen Drei Könige feiert.
Die Heiligen Drei Könige, auch als Epiphanie bekannt, feiern den Besuch der Heiligen Drei Könige beim Jesuskind. Dieser Feiertag am 6. Januar hat seine Wurzeln in der frühen Christenheit und verbreitete sich im Mittelalter in Westeuropa. Es ist ein religiöser Familientag.
Die Haupttradition ist die Dreikönigsküche oder Galette des Rois, ein Blätterteiggebäck mit einer versteckten Figur oder Bohne. Wer die Figur findet, wird für den Tag zum König oder zur Königin gekrönt. In manchen Regionen ziehen verkleidete Kinder von Haus zu Haus.
Regionale Traditionen
Flandern
Gruppen von Kindern verkleiden sich als die Heiligen Drei Könige, tragen einen beleuchteten Papierstern auf einem Stock und singen von Tür zu Tür. Dafür erhalten sie Süßigkeiten oder ein kleines Taschengeld. In manchen Dörfern reicht die Tradition bis ins 16. Jahrhundert zurück.
Wallonien
Die Galette des Rois ist der unbestrittene Mittelpunkt des 6. Januars. Familien kaufen die Blätterteigkuchen bei ihrem Stammbäcker. Wer die versteckte Figur (la fève) findet, wird mit der Papierkrone gekrönt, die der Galette beiliegt.
Ostbelgien
In der Deutschsprachigen Gemeinschaft wird der Dreikönigskuchen gegessen, ein brotähnliches Gebäck mit Trockenfrüchten, das der deutschen Tradition näher steht als der französischen Galette.
Tournai
Der Lundi Perdu (Verlorener Montag) ist eine über 700 Jahre alte Tradition am Montag nach Dreikönig. Die Teilnehmer ziehen Lose für verschiedene Rollen, darunter einen König, und genießen ein festgelegtes Menü mit Kaninchen auf Tournai-Art. Seit 2021 anerkanntes Kulturerbe.