Mariä Himmelfahrt
Historischer Kontext
Mariä Himmelfahrt fällt jedes Jahr auf den 15. August und ist einer der 10 gesetzlichen Feiertage. Es ist ein römisch-katholisches Fest, das die Aufnahme der Jungfrau Maria in den Himmel erinnert.
Die Feier von Mariä Himmelfahrt am 15. August geht bis ins fünfte Jahrhundert zurück und ist damit eines der ältesten Marienfeste. Das Dogma, dass Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde, wurde erst 1950 von Papst Pius XII. formell verkündet, aber die Überzeugung lebte schon seit Jahrhunderten in der Volkstradition. In den Südlichen Niederlanden war der 15. August stets ein wichtiger religiöser Feiertag, eng verbunden mit den zahlreichen Marienwallfahrtsorten der Region. Nach der belgischen Unabhängigkeit wurde der Tag in die Liste der gesetzlichen Feiertage aufgenommen.
Scherpenheuvel (Montaigu) in Flämisch-Brabant ist am 15. August der Mittelpunkt der Marienverehrung. Tausende Pilger ziehen zur Basilika, manche zu Fuß von ihrer Heimatgemeinde aus. In zahlreichen Pfarreien werden besondere Messen gefeiert und in Städten wie Tongern und Hasselt finden noch traditionelle Prozessionen statt. Da der Feiertag mitten in die Sommerferien fällt, ist er für viele Familien auch ein Tag für einen Ausflug an die Küste oder in die Ardennen, ein Grillfest oder ein Familienfest im Garten.
Regionale Traditionen
Scherpenheuvel
Die Basilika von Scherpenheuvel ist Belgiens wichtigster Marien-Wallfahrtsort. Am 15. August zieht eine Lichterprozession durch die Straßen, und Tausende Pilger kommen zu Fuß aus ganz Flandern.
Hasselt
Die Virga-Jesse-Feierlichkeiten feiern eine Marienstatue aus dem 14. Jahrhundert mit Prozessionen, Liturgien und kulturellen Veranstaltungen. Das alle sieben Jahre stattfindende Fest zieht die gesamte Stadt in ein wochenlanges Programm hinein.
Antwerpen
In der Provinz Antwerpen wird der 15. August traditionell auch als Muttertag gefeiert, ein einzigartiger lokaler Brauch, der sonst nirgendwo in Europa zu finden ist. Mütter werden mit Blumen und Geschenken bedacht.
Brüssel
Der Blumenteppich auf dem Grand Place ist eine zweijährlich stattfindende Veranstaltung (in geraden Jahren) rund um den 15. August. Freiwillige legen einen riesigen Teppich aus Begonien, der 150.000 bis 200.000 Besucher anzieht.