Zum Hauptinhalt springen
Kein offizieller Feiertag

Martinstag

194 TAGE
00 STUNDEN
34 MINUTEN
01

Historischer Kontext

Der Martinstag fällt jedes Jahr auf den 11. November. Er ist kein gesetzlicher Feiertag, aber eine beliebte Tradition in Teilen Flanderns und Ostbelgiens, wo Kinder mit Laternen von Tür zu Tür ziehen.

Der Martinstag erinnert an Martin von Tours, einen römischen Soldaten aus dem vierten Jahrhundert, der der Legende nach am Stadttor von Amiens seinen Mantel entzweischnitt und die Hälfte einem Bettler gab. Sein Festtag am 11. November war im Mittelalter populärer als der Nikolaustag und markierte den Übergang vom Herbst zum Winter, die Viehschlachtung und die Zahlung der Jahrespacht. Im Denderstreek ersetzt der Martinstag noch weitgehend den Nikolaus als Gabenbringer. Seit 2009 sind die Martins- und Nikolausbräuche als immaterielles Kulturerbe Flanderns anerkannt.

Kinder basteln in der Schule oder zu Hause Laternen und ziehen am Abend des 11. November singend von Tür zu Tür. Eines der bekanntesten Lieder ist „Sint Maarten, Sint Maarten, de koeien hebben staarten," wobei es Dutzende regionale Varianten gibt. Als Belohnung erhalten sie Süßigkeiten, Obst oder Kleingeld. In der Kempen und in Limburg werden Martinsfeuer angezündet. In Ostbelgien ziehen Martinszüge durch Städte wie Eupen, Büllingen und Sankt Vith.

02

Regionale Traditionen

Aalst

Der Heilige Martin kommt am Samstag vor dem 11. November per Boot an und fährt in einer Kutsche zum Großen Markt. Der abendliche Lichterumzug und der Lichtwanderweg (1,7 km) mit Licht- und Kunstinstallationen ziehen Tausende Besucher an. Im Denderstreek ersetzt der Martinstag weitgehend den Nikolaus als Gabenbringer.

Ypern

Der Heilige Martin kommt per Boot. Kinder ziehen abends mit ausgehöhlten Gemüselaternen durch die Stadt. Die Tradition lebt im gesamten Westhoek.

Mechelen

Hier heißt die Tradition „Sinte-Mette" und hat eigene Dialektlieder wie „Sinte-Mette van de ruggenuchte." Sowohl Martinstag als auch Nikolaus werden in Mechelen gefeiert, anders als in Aalst, wo nur der Martinstag kommt.

Eupen

Der größte Martinszug Ostbelgiens, jährlich seit 1963 (erste Dokumentation von 1779). Der Umzug startet um 18 Uhr an der St.-Josephs-Kirche mit rund 40 Soldaten, römischen Versorgungswagen und drei Musikkapellen. Auf dem Werthplatz wird die Mantelszene am Martinsfeuer nachgespielt.

Malmedy

Am 10. November wetteifern drei Stadtviertel (Banes) um das größte Martinsfeuer. Der Holzstoß kann bis zu zehn Meter hoch werden, gekrönt von einer Puppe. Kinder mit Laternen und Musiker bilden einen „cortège lumineux." Alle singen „L'eveuye du Sint-Martin" und tanzen die Farandole.

04

Häufig gestellte Fragen

Ist der Martinstag ein gesetzlicher Feiertag?
Nein, der Martinstag (11. November) ist kein gesetzlicher Feiertag. Er fällt jedoch auf denselben Tag wie der Waffenstillstand, der ein gesetzlicher Feiertag ist. Die Martinsfeiern finden am Abend statt.
Was ist der Unterschied zwischen Martinstag und Nikolaus?
Am Martinstag (11. November) ziehen Kinder singend mit Laternen von Tür zu Tür. Am Nikolaustag (6. Dezember) bringt der Nikolaus Geschenke durch den Kamin. Im Denderstreek ersetzt der Martinstag weitgehend den Nikolaus.
Wo wird der Martinstag in Belgien gefeiert?
Vor allem in Ostflandern (Aalst, Denderstreek), in der Region Ypern, Mechelen, der Kempen und stark in Ostbelgien (Eupen, Büllingen, Sankt Vith). In Malmedy gibt es eine wallonische Feuertradition.
Was ist das Martinslied?
Das bekannteste Lied ist „Sint Maarten, Sint Maarten, de koeien hebben staarten, de meisjes hebben rokjes aan, daar komt Sinte Maarten aan." Es gibt viele regionale Varianten, wie die Mechelner „Sinte-Mette"-Dialektlieder.

Fehler entdeckt?

Stimmt etwas nicht? Senden Sie uns eine Nachricht und wir passen es an.

Kontaktieren Sie uns