Ostermontag
Historischer Kontext
Ostermontag ist ein gesetzlicher Feiertag, der jedes Jahr auf ein anderes Datum fällt, immer der Tag nach Ostersonntag. Das Datum wird nach dem ersten Vollmond nach dem 21. März berechnet.
Das christliche Osterfest erinnert an die Auferstehung Jesu Christi und hat seine Wurzeln im jüdischen Pessach. Das genaue Datum wird seit dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 nach einem Mondkalender bestimmt: Ostern fällt auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. In den Südlichen Niederlanden war Ostern jahrhundertelang auch der Beginn des neuen Jahres, bis Philipp II. dem 1575 ein Ende setzte. Ostermontag ist seit 1948 einer der zehn gesetzlichen Feiertage.
Die Ostereiersuche im Garten ist die große Tradition für Kinder. In der französischsprachigen Überlieferung bringen die Kirchenglocken die Eier: Am Gründonnerstag fliegen sie nach Rom und kehren an Ostern mit Schokolade beladen zurück. In Flandern versteckt eher der Osterhase die Eier. Belgische Chocolatiers laufen in den Wochen vor Ostern auf Hochtouren. Häuser wie Neuhaus, Leonidas und Côte d'Or bringen jedes Jahr besondere Kollektionen heraus. Viele Familien verbinden das Osterfrühstück oder den Brunch mit einem Spaziergang im Frühlingsgrün.
Regionale Traditionen
Wallonien
Im französischsprachigen Belgien bringt nicht der Osterhase, sondern die Kirchenglocken die Eier. Der Tradition nach fliegen die Glocken am Gründonnerstag nach Rom und kehren zu Ostern beladen mit Schokolade zurück.
Ardennen
In den Ardennen dreht sich das Osterwochenende um regionale Produkte. Geräuchertes Fleisch, handwerklich hergestellter Käse und Pastete stehen im Mittelpunkt der Festtafel, oft verbunden mit einem Spaziergang durch die Frühlingslandschaft.
Lembeek
Der Sint-Veroonmarsch ist die letzte erhaltene Militärprozession in Flandern. Rund 500 bis 600 „Ostersoldaten" in Belle-Époque-Uniformen begleiten den silbernen Reliquienschrein auf einem 18 km langen Marsch. Flämisches immaterielles Kulturerbe seit 2019.
Hakendover
Die internationale Pferdeprozession geht auf das 7. Jahrhundert zurück. Nach dem Hochamt ziehen Hunderte Reiter in historischen Gewändern durch die Straßen, bevor eine Herde Pferde dreimal am Altar vorbeigaloppiert. Jährlich über 20.000 Besucher.
Herve
Die Grande Cavalcade von Herve ist einer der eindrucksvollsten Umzüge der Provinz Lüttich. Alle Festwagen werden von über 150 Kaltblütern der Ardenner- und Brabanter-Rassen gezogen. Seit 1867 mit mehr als 50.000 Zuschauern.
Lessines
Die Büßerprozession am Karfreitag ist die einzige in Nordeuropa, die die Grablegung Christi darstellt. Vermummte Büßer in Sackleinengewändern tragen den Leichnam Christi bei Fackelschein durch die dunklen Straßen. Eine Tradition seit 1475.