Waffenstillstand
Historischer Kontext
Der Waffenstillstand fällt jedes Jahr auf den 11. November und ist einer der 10 gesetzlichen Feiertage. An diesem Tag wird das Ende des Ersten Weltkriegs 1918 gedacht.
Am 11. November 1918 um 11 Uhr wurde der Waffenstillstand unterzeichnet, der den Ersten Weltkrieg beendete. Belgien war eines der am schwersten betroffenen Länder. Nach dem deutschen Einmarsch im August 1914 wurde der größte Teil des Landes besetzt. Nur ein schmaler Streifen hinter der Ijzer, um Nieuwpoort und Diksmuide, blieb in belgischer Hand. Dort folgten vier Jahre verheerender Grabenkrieg. Der flämische Westhoek wurde zu einer der blutigsten Fronten des gesamten Krieges. Tyne Cot Cemetery bei Passendale ist der größte Commonwealth-Friedhof der Welt mit fast 12.000 Gräbern.
Die zentrale nationale Gedenkfeier findet jedes Jahr an der Kongresssäule in Brüssel beim Grab des Unbekannten Soldaten statt. Der König legt einen Kranz nieder und es wird eine Schweigeminute gehalten. Im ganzen Land organisieren Gemeinden eigene Gedenkzeremonien an lokalen Kriegsdenkmälern. Die Westhoek-Region spielt eine besondere Rolle: Sie zählt mehr als 170 Militärfriedhöfe und Hunderte von Gedenkstätten. In Ypern erklingt jeden Abend um 20 Uhr der Last Post unter dem Menentor, eine Tradition, die seit 1928 ununterbrochen fortgeführt wird (mit Ausnahme der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg).
Regionale Traditionen
Ypern
Das Last Post ertönt jeden Abend um 20 Uhr unter dem Menentor, doch die Zeremonie am 11. November ist die eindrucksvollste. Eine Mohnblumenparade zieht von der St.-Martins-Kathedrale zum Menentor. Die Tradition wird seit 1928 ohne Unterbrechung aufrechterhalten.
Brüssel
An der Kongresssäule legt der König einen Kranz am Grab des Unbekannten Soldaten nieder, wo seit 1922 eine ewige Flamme brennt. Um 11 Uhr wird landesweit eine Schweigeminute eingehalten.
Westhoek
Schulen aus ganz Belgien besuchen in den Wochen vor dem 11. November Soldatenfriedhöfe im Westhoek. Der Tyne-Cot-Friedhof, der größte Commonwealth-Kriegsfriedhof der Welt, empfängt jedes Jahr Hunderttausende Besucher.
Ganz Belgien
In praktisch jeder Gemeinde findet am örtlichen Kriegsdenkmal eine Gedenkfeier statt, mit Kranzniederlegungen durch Bürgermeister, Veteranenverbände und Schulkinder.