Nationalfeiertag
Historischer Kontext
Der Nationalfeiertag fällt jedes Jahr auf den 21. Juli und erinnert an die Vereidigung Leopolds I. als erster König der Belgier im Jahr 1831. Er ist einer der 10 gesetzlichen Feiertage.
Die Belgische Revolution von August 1830 begann als Volksaufstand in Brüssel, ausgelöst durch eine Opernaufführung im Königlichen Münztheater. Die Revolution richtete sich gegen die Herrschaft des Königreichs der Niederlande unter Wilhelm I. Nach Monaten des Kampfes und der Diplomatie wurde Belgien am 20. Januar 1831 von den großen europäischen Mächten als unabhängiger Staat anerkannt. Am 21. Juli 1831 legte der deutsche Prinz Leopold von Sachsen-Coburg den Verfassungseid auf dem Königsplatz in Brüssel ab und wurde so der erste König der Belgier. Dieses Datum wurde als Nationalfeiertag gewählt.
Die Militärparade in der Wetstraat in Brüssel ist das zentrale Ereignis des Tages. Die königliche Familie und die politische Führung des Landes wohnen der Parade bei, die sowohl die belgischen Streitkräfte als auch die Rettungsdienste in den Mittelpunkt stellt. Nach der Parade öffnet der Königliche Palast traditionell seine Türen für die Öffentlichkeit. In Gemeinden im ganzen Land werden Feierlichkeiten organisiert: Volksspiele, Flohmärkte, Konzerte und Feuerwerke. Das Abendfeuerwerk über Brüssel zieht jedes Jahr Zehntausende Zuschauer an.
Regionale Traditionen
Brüssel
Die Militärparade in der Rue de la Loi ist der Höhepunkt des Tages. Die königliche Familie und die Regierung wohnen der Parade bei. Anschließend findet ein Te Deum in der Kathedrale St. Michael und St. Gudula statt. Das abendliche Feuerwerk zieht Zehntausende Zuschauer an.
Königlicher Palast
Vom 21. Juli bis Anfang September öffnet der Königliche Palast seine Türen für die Öffentlichkeit. Der kostenlose Besuch der prachtvollen Salons und Ausstellungen zieht jedes Jahr Tausende Besucher an. Es ist die einzige Zeit, in der der Palast zugänglich ist.
Wallonien
Städte wie Lüttich, Mons und Charleroi halten Te-Deum-Gottesdienste in ihren Hauptkirchen ab, gefolgt von lokalen Festlichkeiten. Dorffeste und Volkstänze dauern manchmal mehrere Tage.
Flandern
Viele flämische Gemeinden organisieren eigene Festlichkeiten mit Volksspielen, Flohmärkten und lokalen Konzerten. Die Feiern sind in der Regel intimer als in Brüssel, mit Dorf- und Nachbarschaftsfesten.